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Uli Sandau hat Regie geführt bei „Honig im Kopf“, seine Regiearbeit ist sehr feinfühlig, ihm gelingen bei minimalem Aufwand eindringliche Szenen. Was natürlich auch an der Qualität des Ensembles liegt.

Johanna Martini in der Dekoration von „Honig im Kopf“ im Theater Partout. Sie spielt die kleine Enkelin eines dementen Großvaters.

Quelle: Foto: Neelsen

Lübeck. Uli Sandau hat Regie geführt bei „Honig im Kopf“, seine Regiearbeit ist sehr feinfühlig, ihm gelingen bei minimalem Aufwand eindringliche Szenen. Was natürlich auch an der Qualität des Ensembles liegt. In diesem brilliert vor allem die erst 15 Jahre alte Johanna Martini, die die elfjährige Enkelin des Großvaters spielt, der immer tiefer im „Honig in seinem Kopf“ – der Demenz – versinkt. Die junge, sehr junge Schauspielerin ist sehr früh mit dem Theater-Virus infiziert worden: „Meine Großmutter ist oft mit mir ins Puppentheater gegangen – so hat eigentlich alles angefangen“, erzählt sie in ihrer offenen und freundlichen Art. „Irgendwann bin ich dann zur Schauspielschule der Gemeinnützigen gekommen, und ich bin immer noch da.“

„Irgendwann“ heißt in Johanna Martinis Fall vor acht Jahren. Sie hat sich im Unterricht bei Reiner Lorenz und Uli Sandau so gut gemacht, dass Sandau ihr schließlich die Rolle der Enkelin anvertraut hat. War es denn für die 15-Jährige schwierig, eine 11-Jährige zu spielen? „Überhaupt nicht“, sagt Johanna, „ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich vor vier Jahren gefühlt habe. Und was ich gefühlt habe.“ Auch mit dem Textlernen hatte sie kein Problem, „der saß sehr, sehr schnell“, sagt sie.

Johanna Martini besucht das Thomas-Mann-Gymnasium, Sport und Kunst sind ihre Lieblingsfächer. Probleme mit ihren Mitschülern hat die Hauptrolle nicht gebracht: „Mich hat niemand dumm angeredet, im Gegenteil. Viele aus meiner Klasse waren auch schon in einer Vorstellung.“

Aber was macht Johanna denn den meisten Spaß an der Schauspielerei? „Ich kann auf der Bühne viele Seiten von mir zeigen“, sagt sie. Und das tut sie auch in „Honig im Kopf“. Hier spielt sie ein junges Mädchen, das ganz besonders an seinem Großvater hängt und alles für den alten Mann tut, der immer weniger mit sich und seiner Umwelt zurechtkommt. „Ich habe wirklich einen sehr guten Kontakt zu meinem Großvater“, sagt Johanna, „deshalb war mir einiges aus der Rolle durchaus bekannt. Ihm hat das Stück auch gut gefallen.“ Die älteren Kollegen, vor allem der Großvater-Darsteller Erik Fiebiger, haben die junge „Kollegin“ schnell in ihren Kreis aufgenommen: „Das war überhaupt kein Problem, es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mit den Profis zusammen zu spielen.“

Die Gage, die sie am Theater Partout verdient, will Johanna Martini zur Seite legen. „Ich kann das Geld später sicher im Studium gut gebrauchen, einen Teil gebe ich auch für Reisen aus.“ Und für Theaterkarten: Zuletzt hat Johanna im Theater Lübeck das Ballett „Romeo und Julia“ sowie Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ gesehen.

Termine

„Honig im Kopf“, die Tragikomödie nach dem Film von Til Schweiger, ist im Theater Partout noch bis Ende Juni zu sehen. Vorstellungen gibt es heute sowie am 26. und 27. Mai, dann wieder am 9., 10., 16., 17., 23. und 24. Juni. Die letzte Aufführung findet am 30. Juni statt, alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.

Jürgen Feldhoff

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