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Full Pull beim Trecker-Treck: Wenn Schlepper die Muskeln spielen lassen
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Wakendorf II Full Pull beim Trecker-Treck: Wenn Schlepper die Muskeln spielen lassen

Die Landjugend Wakendorf II organisiert für das Wochenende ein PS-starkes Spektakel, das sich seit 1998 zur Attraktion entwickelt hat.

Bis zu 5000 Besucher werden erwartet: Der Trecker-Treck der Landjugend Wakendorf II hat sich in zwei Jahrzehnten zum Publikumsmagneten gemausert.

Wakendorf II. Die Luft: vom Diesel geschwängert. Der Geräuschpegel: irgendwo zwischen startender Transall und Presslufthammer. Die Piloten: Treckerfans, die ihre stählernen Ackergäule die Muskeln spielen lassen. Schlepperfahrer, die aus Landmaschinen Wettkampf-Boliden machen, die einen Bremswagen über eine Piste ziehen. Das Ziel: Full Pull. Das ist knapp umrissen Trecker-Treck, oder, in der Sprache der Rennsportler, Tractor-Pulling. Für genauso ein Spektakel pilgern Fans an diesem Wochenende nach Wakendorf II.

Die Landjugend Wakendorf II organisiert für das Wochenende ein PS-starkes Spektakel, das sich seit 1998 zur Attraktion entwickelt hat.

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Zum 20. Mal stellt die Landjugend Wakendorf II den Trecker-Treck auf die Beine. Eine Idee, die aus einer Laune heraus geboren wurde und von der damals wohl keiner geglaubt hatte, dass sie sich einmal zum Publikumsmagneten mausern würde. „Ein Bekannter und ich standen in der Landmaschinenwerkstatt, sahen einen Schlepper vor einer Motorbremse, und ich dachte mir, dass man die Leistung auch anders prüfen könnte und dabei vielleicht ein Bier trinken“, erinnert sich Mike Albrecht, seinerzeit Vorsitzender der Landjugend, an den zündenden Gedanken.

Ganz klein habe das angefangen, sagt der heute 44-Jährige, der mittlerweile zwar längst aus dem Landjugendalter ’raus ist, aber nach wie vor mit anpackt. „Das waren anfangs keine 200 Zuschauer.

Eltern, Freunde – Familie eben und Bekannte. An den Start gingen vielleicht 50 Schlepper – wohlwollend aufgerundet.“ Heute sind es allein um die 100 Helfer, die die Landjugend und die Freiwillige Feuerwehr Wakendorf II unterstützen: für den zweitägigen Aufbau, der auch heute in vollem Gange ist, die Meldestelle, für den Ordnerdienst, die Kasse und andere wichtige Aufgaben.

Statt einer kleinen Zuschauerschar von einst werden auch in diesem Jahr bis zu 5000 Besucher erwartet. Wenn nicht ein paar mehr, denn zum Jubiläum haben die Organisatoren noch einen draufgesetzt:

„Saturday-Night-Pulling“ mit anschließender Zeltfete, bei der DJ Mandrake einheizen will und einer Überraschung, die für Ohs und Ahs sorgen soll. Das alles bildet am Sonnabend den Auftakt der Veranstaltung. Allein für den abendlichen Wettkampf haben sich rund 50 Teilnehmer in drei Klassen angemeldet. Albrecht: „Da sind wir schon voll.“ Und auch für Sonntag seien die Starterlisten schon gut gefüllt: „Vergangenes Jahr hatten wir 223 Teilnehmer, dieses Jahr rechnen wir mit gut 250 aus dem ganzen Norden.“

John Deere, Deutz, Hanomag, Case IHC, Mercedes, Claas Arion, Fendt und andere Marken – in 23 verschiedenen Gewichtsklassen knattern die Traktoren unter der Zuglast des Bremswagens, den sie hinter sich herziehen müssen über die 100-Meter-Strecke – dieses Jahr hat das Bremswagen-Team „Blue Fighter“ das Team Ruge abgelöst. Ist das Ziel erreicht, spricht der Sport-Fachmann vom „Full Pull“. Sind mehrere Starter gleich gut, gibt es ein Stechen. Aber nicht alle kommen durch. Mitunter gräbt sich der Bremswagen tief in den Mutterboden, kommt die Landmaschine vorzeitig zum Stoppen, spuckt schwarzen Rauch und manchmal sogar Feuer unter der Last. Was bei den Zuschauern immer besonders gut ankommt.

Das Night-Pulling beginnt am Sonnabend um 19 Uhr (bis 22 Uhr, Eintritt drei Euro), die Zeltfete um 21 Uhr (sechs Euro, Landjugendmitglieder zahlen weniger). Am Sonntag beginnt das Spektakel am Sandberg um 9 Uhr (Eintritt zwei Euro, Kinder bis 14 Jahre frei). Es gibt Hubschrauber-Rundflüge und Mitmachaktionen für Kinder.

Faszination Traktor

Die Ackergäule aus Stahl sind mehr als nur Landmaschinen. Das zeigt sich nicht nur beim Trecker-Treck in Wakendorf II am Wochenende.

Das Trecker-Treck-Team in Westerrade ist jetzt schon heiß auf die Show, die bei ihnen eine Woche später, am Sonnabend, 29. April, stattfindet. Dann starten die schweren Schlepper in Westerrade durch (ab 10 Uhr). Der Eintritt auf dem Acker am Dorfrand („Am Paradies“) ist frei, das Rahmenprogramm hält auch etwas für Kinder bereit.

Die „Treckerfreunde zur Schleppstange“ haben für den 20./21. Mai einen Acker bei Schmalfeld zum Oldtimertreffen klar gemacht. Neben einer Oldtimerausstellung sindTraktoren bis Baujahr 1970 beim Baumstammziehen und vor dem Bremswagen zu sehen. Die Diesel-Kraftprotze gehen in sieben verschiedenen PS-Klassen an den Start, dürfen aber nicht mehr als 80 PS haben. Neben den Wettkämpfen gibt es viel Wissenswertes rund um Schlepper sowie die Vorstellung verschiedener Modelle und ihrer Eigenheiten. Pkw-Oldtimer und historische Zweiräder sind ebenfalls willkommen. Eintritt und die Teilnahme am Trecker-Treck sind frei. Beginn ist an beiden Tagen um 9 Uhr. hil

 Heike Hiltrop

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