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Los geht's: Verträge für Wallhalbinsel unterzeichnet
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Lübeck Los geht's: Verträge für Wallhalbinsel unterzeichnet

Jetzt dürfen die Bürger ran. Die Nördliche Wallhalbinsel gehört ihnen. Bis Ende Juli 2018 darf die Projektinitiative Hafenschuppen (PIH) das 70 000 Quadratmeter große Areal direkt vor der Altstadt entwickeln. Dann müssen Finanzierung, Kaufverträge und konkrete Nutzung stehen.

Sind sich einig: Sven Schindler (SPD, l.) und Volker Spiel, Chef der PIH GmbH, haben den Vertrag für die Wallhalbinsel unterschrieben.

Quelle: Foto: Neelsen

Innenstadt.  „Das wird mit Sicherheit ausreichen, um das Projekt auf die Zielgerade zu bringen“, sagt Volker Spiel, Chef der PIH Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH. Er hat den Anhandgabevertrag mit der Stadt unterzeichnet. Im Herbst 2018 müssen dann die Kaufverträge durch die Bürgerschaft abgesegnet werden. Im Frühjahr 2019 könnte es losgehen mit dem Herrichten der Wallhalbinsel, 2021 wäre alles fertig.

Die Initiative will die Hafenschuppen erhalten und aus der Wallhalbinsel ein Künstlerviertel machen. Insgesamt sollen auf dem Areal bis zu 70 Millionen Euro investiert werden. Die Hälfte fließt in den Erhalt der Hafenschuppen – durch Privatleute und Vereine. Die andere Hälfte wird von Investoren aufgebracht, die dort ein Hotel und ein Parkhaus errichten wollen. Die Stadt kriegt unterm Strich neun Millionen Euro. „Wir haben die Hoffnung, dass sie diese sehr große Aufgabe stemmen werden“, sagt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). Es sei „ein ungewöhnliches Projekt“. Dem stimmt Detlef Holst, Sprecher der Initiative zu: „Es ist deutschlandweit einmalig, dass eine ehrenamtliche Initiative, einen kleinen Stadtteil entwickeln darf.“

Daher war die Stadt auch skeptisch bis ablehnend. Erst auf massiven politische Druck ist dieser Anhandgabevertrag überhaupt zustande gekommen. Es ist bereits der dritte, den die Stadt für die Nördliche Wallhalbinsel abschließt. In den 90er Jahren sollten Schweden das Areal entwickelten. Doch die Finanzierung brach zusammen. 2007 kamen dann die Isländer. Doch das Land stolperte in der Finanzkrise 2008 – und das Projekt war passe. Dann wollte die Stadt auf dem Areal 450 Wohnungen bauen lassen: Projekt Kailine. Doch die Bürger wollten die Schuppen lieber erhalten. CDU, Grüne und andere kleinen Parteien stoppten Kailine. Vier Jahre später sagt Spiel von der Initiative: „Ein wichtiger Meilenstein ist geschafft.“

Innerhalb der nächsten vier Jahren würde das Projekt realisiert. „Heute ist Bergfest.“

 Josephine von Zastrow

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